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KI kann vieles. Aber kann sie eine Marke fühlen?

vor 3 Stunden
5 Min. Lesezeit



Meine Gedanken über künstliche Intelligenz, die Zukunft des Designs und die Frage, was Kunst eigentlich noch wert ist.


Ich beschäftige mich in letzter Zeit unglaublich viel mit künstlicher Intelligenz. Nicht nur, weil sie mittlerweile ein fester Bestandteil meiner täglichen Arbeit geworden ist, sondern auch, weil ich mich immer häufiger frage, wohin sich unsere kreative Branche eigentlich gerade entwickelt.


In den letzten acht Jahren durfte ich viele Erfahrungen im Mediendesign sammeln. Ich habe Marken entwickelt, Webseiten gestaltet, Animationen erstellt und mich immer wieder in neue Unternehmen und ihre Geschichten hineingedacht. Und ich habe miterlebt, wie sich unsere Arbeit durch KI innerhalb kürzester Zeit verändert hat.


Plötzlich geht alles schneller. Bilder, Texte, Layoutideen oder Animationen entstehen innerhalb weniger Minuten. Manchmal reicht ein einziger Satz und schon hat man ein Ergebnis vor sich. Und ich finde das wahnsinnig faszinierend. Aber gleichzeitig frage ich mich... Wenn plötzlich jeder kreativ sein kann, welchen Wert hat dann eigentlich noch die Kunst?


Ich liebe KI und genau deshalb hinterfrage ich sie.

Ich nutze KI selbst fast täglich und möchte auf viele dieser Möglichkeiten inzwischen gar nicht mehr verzichten. Sie hilft mir dabei, Ideen schneller zu visualisieren, unterschiedliche Gestaltungsrichtungen auszuprobieren und aufwendige Arbeitsschritte zu vereinfachen.


Davon profitieren auch meine Kundinnen und Kunden. Wir können schneller Entscheidungen treffen, Varianten vergleichen und gemeinsam an einem Ergebnis arbeiten. Aber ich muss auch zugeben, dass mir diese Entwicklung zwischenzeitlich ziemlich Angst gemacht hat.


Bin ich als Grafikdesignerin irgendwann einfach austauschbar? Braucht es meine Arbeit überhaupt noch, wenn sich jeder innerhalb weniger Minuten selbst ein Design erstellen kann?


Und diese Gedanken kamen nicht einfach aus dem Nichts. Ich habe tatsächlich Auftraggeber verloren, weil sie mit Canva-Templates oder KI-generierten Inhalten Kosten sparen konnten.

Das hat mich natürlich beschäftigt. Denn auf der einen Seite nutze und liebe ich diese Möglichkeiten selbst. Auf der anderen Seite habe ich erlebt, wie genau diese Entwicklung meine eigene Arbeit und damit auch meine Existenz als Freelancerin infrage stellt. Und ich glaube, mit dieser Angst bin ich in der Kreativbranche ganz sicher nicht allein.


Mittlerweile versuche ich aber, die Entwicklung auch anders zu betrachten. Vielleicht geht es gar nicht darum, ob KI uns ersetzen kann. Sondern vielmehr darum, wie wir unsere Fähigkeiten mit diesen neuen Möglichkeiten verbinden können. Denn nur weil ein Design heute schneller entstehen kann, bedeutet das für mich noch lange nicht, dass die Erfahrung, die Ideen und die Kreativität eines Menschen dahinter weniger wert sind.


Und ja, auch dieser Blogbeitrag ist mit KI entstanden. :)

Viele der Mockups auf meiner Website sind mithilfe von KI entstanden. Ich kann meine fertigen Designs innerhalb weniger Minuten in realistischen Umgebungen präsentieren. Eine Website auf einem Laptop, ein Workbook als aufgeschlagenes Buch oder eine Wandgestaltung direkt im Raum. Das sieht toll aus und spart mir unglaublich viel Zeit.


Und auch dieser Text hier ist mit Unterstützung von KI entstanden. Ich bin eben keine Texterin, sondern Mediendesignerin. Wenn mir KI hilft, meine Gedanken zu sortieren und in schöne Worte zu fassen, warum sollte ich diese Möglichkeit nicht nutzen?


Natürlich hätte ich auch eine professionelle Texterin engagieren können. Jemanden, der meine Gedanken mit ihrer eigenen Kreativität und Erfahrung in Worte fasst. Aber auch ich stecke in genau diesem Zwiespalt.


Als Freelancerin muss ich mit meiner Zeit und meinem Budget sorgsam umgehen. Und obwohl ich den Wert kreativer Arbeit sehr zu schätzen weiß, entscheide ich mich hier bewusst für KI. Und ist das nicht genau die Herausforderung, vor der mittlerweile fast jedes Unternehmen steht?


Vielleicht nutzt die Texterin an anderer Stelle selbst KI, um Aufgaben zu lösen, die nicht zu ihren Stärken gehören. Für ein Design, eine Illustration oder etwas anderes, wofür sie sonst jemanden beauftragt hätte. Ein Teufelskreis? Oder einfach eine neue Art, wie wir in Zukunft zusammenarbeiten? Who knows? :)


Unternehmer*in sein bedeutet, unglaublich viel können zu müssen.

Wer heute ein Unternehmen gründet, braucht schließlich nicht nur eine gute Geschäftsidee. Man braucht eine Marke, eine Website, Texte, Bilder, Werbung, Marketing und am besten auch noch Ahnung von unzähligen technischen Dingen. Und natürlich kann man nicht für jeden Bereich direkt jemanden engagieren.


Genau hier sehe ich eine riesige Chance durch KI. Plötzlich können Menschen Ideen umsetzen, die vorher vielleicht am fehlenden Budget oder an den eigenen Kompetenzen gescheitert wären. Und ich finde, das ist eine unglaublich schöne Entwicklung. Aber bedeutet das gleichzeitig, dass professionelle kreative Arbeit weniger wert wird?

Ich hoffe nicht.


Eine Marke ist doch mehr

Wenn ich eine Markenidentität entwickle, geht es mir nicht einfach darum, ein schönes Logo zu gestalten oder ein paar passende Farben auszuwählen. Ich möchte verstehen, wer hinter dieser Marke steht. Welche Menschen haben sie gegründet? Welche Werte vertreten sie? Was macht das Unternehmen besonders? Und welches Gefühl soll entstehen, wenn jemand zum ersten Mal mit dieser Marke in Berührung kommt?


Denn eine Marke hat eine Persönlichkeit, eine Geschichte und im besten Fall etwas, das Menschen berührt. Branding ist Emotion, Marketing auch und Emotion entsteht durch Menschlichkeit.


Eine Marke sollte sich nicht einfach nur von anderen unterscheiden, weil sie eine andere Schrift oder Farbe verwendet. Sie sollte sich anders anfühlen. Und genau hier wird für mich menschliche Expertise so wichtig.


Kreativität ist nicht nur das Ergebnis.

Was bei der ganzen Diskussion meiner Meinung nach viel zu kurz kommt, ist die eigentliche Arbeit hinter kreativen Leistungen. Warum wählt eine Grafikdesignerin genau diese Farbe? Warum findet ein Fotograf genau diesen Bildausschnitt? Warum setzt ein Videoeditor einen Schnitt genau an dieser Stelle? Und warum findet eine Texterin ausgerechnet die Worte, die uns plötzlich mitten ins Herz treffen?


Hinter all dem stecken Erfahrung, Wissen, Kreativität, Persönlichkeit und nicht zu vergessen ... Intuition.


Manchmal muss man ausprobieren, verwerfen, noch einmal neu anfangen und etwas komplett anders denken. Genau darin steckt für mich auch die Kunst. Und in jedem medialen und grafischen Endprodukt, das ich meinen Kundinnen und Kunden übergebe, steckt auch ein Stück von mir. Meine Erfahrung, meine Ideen, meine gestalterischen Entscheidungen und meine Leidenschaft.


KI kann mich dabei unterstützen. Aber sie nimmt mir nicht die Begeisterung, die ich für meine Arbeit empfinde. Und genau dieses Stück Menschlichkeit möchte ich niemals verlieren.


Aber was ist eigentlich noch echt?

Inzwischen können wir häufig kaum noch unterscheiden, welche Bilder, Texte oder Designs von Menschen erstellt wurden und welche mithilfe von KI entstanden sind. Genauso, wie Unternehmen KI Inhalte kennzeichnen, kennzeichnen einige auch schon Inhalte, die von Menschen gemacht sind, um einen Imageschaden zu umgehen.


Aber wo ist die Grenze? Denn wenn ich KI für einzelne Arbeitsschritte nutze, ist mein Ergebnis dann KI-generiert? Oder meine eigene kreative Arbeit, bei der mich KI unterstützt hat? Müssen wir das überhaupt immer so genau voneinander trennen?


Ich finde, wo diese Unterscheidung wichtig ist, sollten wir transparent damit umgehen. Aber der Einsatz von KI macht eine kreative Leistung für mich nicht automatisch weniger wertvoll.

Viel entscheidender ist doch, wer die Idee entwickelt, die Entscheidungen trifft und wie viel Persönlichkeit tatsächlich in einem Ergebnis steckt.


Vielleicht müssen wir gar nicht zwischen KI und Kunst entscheiden.

Je länger ich mich damit beschäftige, desto mehr glaube ich, dass wir KI und kreative Arbeit gar nicht als Gegensätze betrachten müssen. Vielleicht dürfen wir KI einfach als Partnerin sehen. Als Werkzeug, das uns Möglichkeiten eröffnet, Prozesse vereinfacht und uns dort unterstützt, wo uns Zeit, Budget oder bestimmte Kompetenzen fehlen. Und die Zeit, die wir dadurch gewinnen, können wir in unsere eigenen Stärken investieren.


Ich wünsche mir, dass Unternehmen diese Möglichkeiten nutzen, ohne den Wert menschlicher Kreativität aus den Augen zu verlieren.


Dass wir weiterhin die Arbeit von Designerinnen, Fotografen, Texterinnen, Musikern, Künstlerinnen und all den anderen kreativen Menschen sehen und wertschätzen. Denn vielleicht brauchen wir in Zukunft nicht weniger Kreativität, sondern sogar mehr. Gerade weil plötzlich so unglaublich viel möglich ist, wird es wichtiger, etwas Eigenes zu schaffen.


Denn Kunst darf sich verändern. Sie darf neue Werkzeuge bekommen, neue Formen annehmen und sich weiterentwickeln. Aber sie darf niemals bedeutungslos werden, nur weil sie plötzlich einfacher zu produzieren scheint.

 
 
 

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